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Gastwirte in Not: Der Norden sucht Arbeitskräfte

image par defaut roses blanches Gastwirte in Not: Der Norden sucht Arbeitskräfte

Die Urlaubssaison naht, doch die Gastronomie hat ein Problem: Es fehlen Arbeitskräfte. Im Vergleich zum Jahr vor Corona 2019 sank die Zahl der Beschäftigten in der Branche um fast ein Viertel. Die Folge: mehr Ruhetage, kleinere Karten, höhere Preise. Viele Gastronomen wissen nicht, wie sie die hohe Nachfrage nach Urlaub im eigenen Land überhaupt bedienen sollen.

Gastronomie von Coronamaßnahmen besonders betroffen

Kaum eine Branche hat die Maßnahmen in der Coronapandemie so sehr getroffen wie die Gastronomie. Monatelanger Lockdown, Hygienekonzept, Impfnachweiskontrolle, Unsicherheit. Viele Beschäftigte, denen coronabedingt gekündigt wurde oder die sich während des Lockdowns umorientiert haben, arbeiten inzwischen in anderen Branchen.

Gastronomen setzen auf Arbeitskräfte aus dem Ausland

Birgit Kolb-Binder gehören zwei Hotels und ein Café auf Langeoog. Bei ihr laufen die Vorbereitungen für die Urlaubssaison. Mindestens 30 Leute würde sie gern einstellen, am besten sogar 40. Doch es kommen kaum Bewerbungen. Ihren vierten Betrieb, ein gut gehendes Restaurant oben auf der Düne mit Meerblick, hat sie im Herbst geschlossen und wird ihn nun schweren Herzens verkaufen. Sie hat einfach nicht genug Personal. Birgit Kolb-Binder setzt, wie viele Kolleginnen und Kollegen, verstärkt auf Arbeitskräfte aus dem Ausland. Doch gerade für Arbeitskräfte aus Drittstaaten sind die Hürden hoch.

Gibt es wieder Engpässe bei Sitzplätzen?

Auch Heike Horn, die Bürgermeisterin von Langeoog, ist besorgt. Schon im vergangenen Sommer kam es zu Engpässen bei Sitzplätzen, Gastronomen verkleinerten ihre Karte, führten Ruhetage ein. Ein Super-GAU für die Insel, die fast ausschließlich vom Tourismus lebt.

Wie lassen sich neue Servicekräfte gewinnen?

Ralph Klemke und Christine Nardien führen ein Restaurant mit Brauerei mitten in Hannover. Der Winter ist bei ihnen eigentlich Hochsaison. Erst die Weihnachtsfeiern, dann bringen viele Messen Geschäftsreisende in die Stadt. Doch das fällt schon den zweiten Winter in Folge flach. Die Nerven der Gastronomen und der Belegschaft liegen blank: Die Corona-Einschränkungen fallen, aber wie können sie unter diesen Umständen neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen?

Gastronomie: Wechsel auf dem Arbeitsmarkt

Schon vor Corona fehlten in der Gastronomie Fachkräfte. Seit 2011 gehen die Ausbildungszahlen kontinuierlich nach unten. Zu schlechte Bezahlung, ungünstige Arbeitszeiten, wenig Wertschätzung, heißt es häufig. « Es findet ein Wechsel auf dem Arbeitsmarkt statt, weg vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt », sagt Arbeitsmarktexpertin Dr. Lydia Malin vom Institut der deutschen Wirtschaft. Beschäftigte können sich inzwischen ihre Arbeitsstelle aussuchen.

Viele Beschäftigte der Gastronomie in anderen Jobs

Viele haben den Coronalockdown genutzt und sich anders orientiert. Einer von ihnen ist René Biebricher. Der Hamburger hat 20 Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet, nach der coronabedingten Kündigung fand er schnell einen neuen Job in einem Online-Weinhandel. Mehr Gehalt, feste Arbeitszeiten und an Wochenenden und Feiertagen frei, das ist für ihn ein Luxus, den er vorher nicht kannte.

Braucht es einen Kulturwandel in der Gastronomie?

Alexander Scharf ist Gastronom in Goslar und hat schon vor einigen Jahren auf den Fachkräftemangel reagiert. Er stellte seine Betriebsstrukturen um, bezahlt jede Überstunde, sorgt für feste freie Wochenenden, macht regelmäßig Workshops mit seinen Mitarbeitenden. Er fordert einen Kulturwandel in der Gastronomie, wie er es nennt, hin zu einer positiveren Arbeitskultur. Probleme, seine Stellen zu besetzen, habe er nicht, sagt er.

Die Doku zeigt Gastwirte in Not, die Suche nach Personal und sucht nach Ursachen und Lösungen für den großen Arbeitskräftemangel im Norden.

#Gastronomie #Personalmangel #Gastwirt

BILD-CREDIT: NDR/Montage: Christian Spielmann | Hintergrundbild Küche: Panther Media/Wasant

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Die Urlaubssaison naht, doch die Gastronomie hat ein Problem: Es fehlen Arbeitskräfte. Im Vergleich zum Jahr vor Corona 2019 sank die Zahl der Beschäftigten in der Branche um fast ein Viertel. Die Folge: mehr Ruhetage, kleinere Karten, höhere Preise. Viele Gastronomen wissen nicht, wie sie die hohe Nachfrage nach Urlaub im eigenen Land überhaupt bedienen sollen.

Gastronomie von Coronamaßnahmen besonders betroffen

Kaum eine Branche hat die Maßnahmen in der Coronapandemie so sehr getroffen wie die Gastronomie. Monatelanger Lockdown, Hygienekonzept, Impfnachweiskontrolle, Unsicherheit. Viele Beschäftigte, denen coronabedingt gekündigt wurde oder die sich während des Lockdowns umorientiert haben, arbeiten inzwischen in anderen Branchen.

Gastronomen setzen auf Arbeitskräfte aus dem Ausland

Birgit Kolb-Binder gehören zwei Hotels und ein Café auf Langeoog. Bei ihr laufen die Vorbereitungen für die Urlaubssaison. Mindestens 30 Leute würde sie gern einstellen, am besten sogar 40. Doch es kommen kaum Bewerbungen. Ihren vierten Betrieb, ein gut gehendes Restaurant oben auf der Düne mit Meerblick, hat sie im Herbst geschlossen und wird ihn nun schweren Herzens verkaufen. Sie hat einfach nicht genug Personal. Birgit Kolb-Binder setzt, wie viele Kolleginnen und Kollegen, verstärkt auf Arbeitskräfte aus dem Ausland. Doch gerade für Arbeitskräfte aus Drittstaaten sind die Hürden hoch.

Gibt es wieder Engpässe bei Sitzplätzen?

Auch Heike Horn, die Bürgermeisterin von Langeoog, ist besorgt. Schon im vergangenen Sommer kam es zu Engpässen bei Sitzplätzen, Gastronomen verkleinerten ihre Karte, führten Ruhetage ein. Ein Super-GAU für die Insel, die fast ausschließlich vom Tourismus lebt.

Wie lassen sich neue Servicekräfte gewinnen?

Ralph Klemke und Christine Nardien führen ein Restaurant mit Brauerei mitten in Hannover. Der Winter ist bei ihnen eigentlich Hochsaison. Erst die Weihnachtsfeiern, dann bringen viele Messen Geschäftsreisende in die Stadt. Doch das fällt schon den zweiten Winter in Folge flach. Die Nerven der Gastronomen und der Belegschaft liegen blank: Die Corona-Einschränkungen fallen, aber wie können sie unter diesen Umständen neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen?

Gastronomie: Wechsel auf dem Arbeitsmarkt

Schon vor Corona fehlten in der Gastronomie Fachkräfte. Seit 2011 gehen die Ausbildungszahlen kontinuierlich nach unten. Zu schlechte Bezahlung, ungünstige Arbeitszeiten, wenig Wertschätzung, heißt es häufig. « Es findet ein Wechsel auf dem Arbeitsmarkt statt, weg vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt », sagt Arbeitsmarktexpertin Dr. Lydia Malin vom Institut der deutschen Wirtschaft. Beschäftigte können sich inzwischen ihre Arbeitsstelle aussuchen.

Viele Beschäftigte der Gastronomie in anderen Jobs

Viele haben den Coronalockdown genutzt und sich anders orientiert. Einer von ihnen ist René Biebricher. Der Hamburger hat 20 Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet, nach der coronabedingten Kündigung fand er schnell einen neuen Job in einem Online-Weinhandel. Mehr Gehalt, feste Arbeitszeiten und an Wochenenden und Feiertagen frei, das ist für ihn ein Luxus, den er vorher nicht kannte.

Braucht es einen Kulturwandel in der Gastronomie?

Alexander Scharf ist Gastronom in Goslar und hat schon vor einigen Jahren auf den Fachkräftemangel reagiert. Er stellte seine Betriebsstrukturen um, bezahlt jede Überstunde, sorgt für feste freie Wochenenden, macht regelmäßig Workshops mit seinen Mitarbeitenden. Er fordert einen Kulturwandel in der Gastronomie, wie er es nennt, hin zu einer positiveren Arbeitskultur. Probleme, seine Stellen zu besetzen, habe er nicht, sagt er.

Die Doku zeigt Gastwirte in Not, die Suche nach Personal und sucht nach Ursachen und Lösungen für den großen Arbeitskräftemangel im Norden.

#Gastronomie #Personalmangel #Gastwirt

BILD-CREDIT: NDR/Montage: Christian Spielmann | Hintergrundbild Küche: Panther Media/Wasant
NDR Doku
Doku,Dokumentation,Reportage
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